Fuego

Harry Piel sitzt am Nil

Über Schmähkritik und Unflätigkeit im öffentlichen Raum

Gerhard Henschel

Ein Deutschrapper brüstet sich damit, dass er auf Bettler pisse und »mehr Teenies weggeknallt« habe als Anders Breivik, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bescheinigt ein Komiker dem türkischen Präsidenten, dass er Ziegen ficke und dass sein »Gelöt« nach Döner stinke, auf RTL wirft der Juror eines Talentwettbewerbs regelmäßig mit Fäkalausdrücken um sich, und unter freiem Himmel kommen einem Menschen in T-Shirts entgegen, auf denen Sachen stehen wie »Stöcke aus dem Arsch – Wir machen Lagerfeuer«, »Dicke Männer ficken besser« oder »Wer bläst, wird auch geleckt!«

Wo hört er auf, der Spaß? Was darf die Satire? Was sollte sie lieber lassen? Wo verlaufen inzwischen die Grenzen des schlechten Geschmacks? Weshalb ist Robert Gernhardts Kragenbär, der sich munter einen nach dem andern runterholt, im Gegensatz zum Latrinenhumor der Comedians nicht obszön, sondern schön?

Gerhard Henschel geht in seinem Buch auf alte und neue Skandale ein, auf quotensteigernde Zoten, ordinäre Gemeinheiten und wahrhaft große Werke der schweinischen Kunst.


Über den Autor

Gerhard Henschel, geboren 1962, ist freier Schriftsteller. Henschel wuchs in Hannover, Koblenz, Vallendar und Meppen auf. Er studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie in Bielefeld, Berlin und Köln. Seine Texte erscheinen seit Ende der achtziger Jahre in den Zeitschriften ›Der Alltag‹, in den Satiremagazinen ›Kowalski‹ und ›Titanic‹, im ›Merkur‹, in ›Konkret‹und in zahlreichen Tages- und Wochenzeitungen. Von 1993 bis 1995 gehörte er der Titanic-Redaktion an. Seit 1992 veröffentlichte Henschel auch diverse Romane, Erzählungen und kulturhistorische Sachbücher. 2012 wurde ihm der Hannelore-Greve-Literaturpreis verliehen.

Alle Bücher von Gerhard Henschel

ISBN: 9783862872008 | ePub (Standard) | Genre: Sachbuch Satire Edition Tiamat