Fuego

Huggy Bear Motel

The Dad Horse Experience

# Titel Länge Musik / Text / Publisher Vorschau
1. Will I Be Someone 5:32 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
2. Reach Out Your Hand Revisited 7:09 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
3. Love Is a Meatgrinder 3:08 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
4. Under Swine & Bears 4:41 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
5. Little White Fish 3:03 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
6. Huggy Bear Motel 4:08 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
7. Rain 17:06 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
8. Lost On the River 2:26 H. Williams Sr. / H. Williams Sr. / Rose Fred Music Inc.
9. Huggy Bear Motel (Early Demo Version) 4:13 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
10. Reach Out Your Hand Revisited (Video Edit) 4:12 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego
11. Will I Be Someone (Early Demo Version) Bonus Track 4:46 Dirk Otten / Dirk Otten / Edition Fuego

Liner Notes

Producer: -

im März 2016 erscheint das mittlerweile fünfte Album von The Dad Horse Experience unter dem bildreichen Titel Eating Meatballs on a Blood-Stained Mattress in a Huggy Bear Motel, mit dem Dad Horse Ottn eine Synopsis seiner bisherigen musikalisch-spirituellen Entwicklungen
und Verwicklungen vorlegt.
Nach „Glaube“ (Too Close to Heaven, 2008) und „Reise“(Dead Dog on a Highway, 2011) ist das Thema dieses Albums „Amerika“, genauer die USA. Jenes Land also, auf dessen spiritueller und gegenkultureller Tradition der „Кeller-Gospel“ von Dad Horse Ottn baut. Jenes Land auch, in dem er bisher auf das meiste Verständnis und die größte Anerkennung stieß. Jenes Land wiederum, dessen Einwanderungsbehörde seiner ausgedehnten Tour- und Reisetätigkeit Anfang 2015 aus Visagründen einen Riegel vorschob und ihn mit dem nächsten Flieger nach Europa zurückschickte. Die Songs auf dem neuen Album sind daher auch Gesänge eines Abgewiesenen und Verschmähten. Eingespielt wurden sie im Juni 2015 in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Produzenten und No-Folk-Musiker Gregg Weiss in einem Scheunenstudio in Südfrankreich.
Auf Eating Meatballs on a Blood-Stained Mattress in a Huggy Bear Motel befinden sich abgründige Songs von einem, der sein Glas schon vor langer Zeit ausgetrunken hat, der seine Botschaften und Erfahrungen, seinen Spirit teilt, so dass der Zuhöhrer sich nicht belehrt, sondern aufgehoben fühlt. Der Musiker erzählt kleine Geschichten, die vom Großen erzählen: Love, Death, Faith. Geschichten, die sich um Einsamkeit und Suche, Weg und Irrweg drehen. Schon der Opener „Will I Be Someone“ handelt vom Unbehausten im Leben, vom Tiefgründigen im Abgründigen: Will I be someone, before I die? Werde ich erkennen, wohin die Suche, die Fragezeichen und inneren Narben führen?
Das Album hält viel Neues bereit. Dad Horse Ottn nähert sich dem Erzählen noch mehr an, getreu dem Motto: The road is long – jede Geschichte braucht ihre Zeit. Er hat Mut zu Länge und Zeit („Reach Out Your Hand Revisited“), zum gesprochenen Wort (in dem 17-minütigen „Rain“) und zum Verzicht auf dasselbe („Under Swine and Bears“). In diesem textlosen Klagelied kommt Dad Horse Ottns spirituelle Seite besonders zum Ausdruck. Dem Video zu diesem Titel wurde ein Text unterlegt, der auf dem Buch The Cloud of Unknowing eines anonymen englischen Mystikers aus dem 14. Jahrhundert basiert.
Ottn präsentiert hier auch seinen bislang einzigen Lovesong („Love Is a Meatgrinder“), den er mit dem Smartphone aufnahm, während er in den Katakomben des Flughafens von Detroit auf seine Abschiebung wartete.
Durch das gesamte Album zieht sich ein bereits vertrautes Motiv: Nichts ist ganz so, wie es zunächst scheint. Das Frivole entblößt ein Körnchen stummes Entsetzen („Little White Fish“), die Verzweiflung und Auflösung des Ichs gebiert ein Körnchen Trost und Zuversicht („Rain“).
Das Verhältnis des Künstlers zu seinem Werk, Distanz und Nähe, Reflexion und Einlassen finden sich auf verschiedenen Ebenen wider. Musikalisch, textlich und auch bildlich, etwa in den verstörenden Reisefotografien Ottns, die dem Cover zugrunde liegen und den Hauptteil des umfangreichen Booklets der CD-Ausgabe ausmachen. Auch Bildsprache und Ästhetik der beiden von Slowboat Films produzierten Videos „Reach Out Your Hand Revisited“ und „Under Swine and Bears“ unterstreichen die Suche nach dem Ewiggültigen des geradezu archetypisch umherziehenden Musikers, der die Bezugspunkte für Heimat und Fremde zwischen Zeitzonen, Kontinenten und Kulturen schon lange aufgegeben hat.


Über den Künstler

Manche Dinge brauchen ihre Zeit: Erst mit 40 Jahren begann Dad Horse Ottn auf einem geschenkten Tenorbanjo Musik zu machen, beseelt davon, seiner spirituellen Suche einen Klang zu geben. Hawkwind, Washington Phillips und Johnny Cash gaben ihm Geleit. Ottn selbst singt und klingt dabei eher wie ein Hank Williams, der nicht schon vor seinem 30. Geburtstag auf dem Rücksitz seines Wagens an einer Überdosis starb. Wobei auch das nicht auszuschließen gewesen wäre...
Seitdem zieht Dad Horse Ottn sein Ding durch. Zum Banjo kamen noch Basspedal und Kazoo. Auf diesem Instrumentarium hat er sich inzwischen eine Qualität erarbeitet, die umstandslos Gänsehaut erzeugen kann. Er selbst nennt seine Musik "Keller-Gospel", andere sprechen von "Dark Roots" oder "Underground Gospel". In der rudimentären Begleitung seiner Songs, in der Klage seines Gesangs schwingt die spartanische Intensität des weißen Folk aus den Appalachen mit. Seine Lyrik verhandelt inbrünstig die sengende Selbstkritik der gequälten Sünderseele, nicht ohne regelmässig einen kräftigen Schluck aus der Pulle abgründigen Humors zu nehmen. Und doch meint der Mann es am Ende todernst, wenn er fleht: "Lord Must Fix My Soul - Turn The Shit Into Gold."
Inzwischen erfreut sich die Dad Horse Experience internationaler Anerkennung und tourt regelmäßig durch Deutschland, Benelux, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal.

"Selten war traurig so lustig." [Quelle: seite3.ch]

Dad Horse Ottn was born in an abandoned churchard in the wilds of South Carolina. Or was it Germany? Yes, he's German! He was a hellraiser and a punk rock scoundrel till, one day, he saw the light. The banjo light. The holy Lord God Jesus told him that he had a song to sing, and to sing it with a banjo, basspedal and occasional kazoo. And, drawing from southern Appalachian gospel and from the depths of his own scarred soul, he started to preach The Word through rough pure honest song. These songs are about salvation and deliverance they do not carry a religious message but a spiritual experience: the Dad Horse Experience. So Dad became a conduit of the ineffable truth of Mercy, Resurrection, and Eternal Life, but don't you evildoers be frightened away by his old-fashioned gospel sanctity. You'll like him anyway. Sure, his earthly aesthetics were shaped by wholesome folks like the Carter Family and Roy Acuff, but he himself also claims influence by the likes of Hawkwind, Exuma, and Washington Phillips. Sometimes, morbid humor snakes through the heavenward yearning. And why does this German post-post-punk country-gospel mystic one-man-band usually sing in English? Blame the Carter Family for sanctifying the English language for spiritual use. Dad Horse spent years on the road as an itinerant one-man-band gospel street preacher, and many were saved from perdition and rowdy ways through contact with his banjo preaching. Magdalenes threw themselves at his feet begging spiritual renewal, and punk rockers disavowed their sinful excesses. Happily, this trend only continues to grow. Dad Horse refuses to become a despotic cult leader, and maintains a saintly humility. He emphasizes that he is but the hollow reed through which Godliness is brought forth into our physical world. Let us be grateful, brethren and ladies, sinners and strippers, that we have the voice of Dad Horse to guide us through the night.

The Dad Horse Experience’s Website | Alle Alben von The Dad Horse Experience

FUEGO ID: 2601 | Album | Genre: Kellergospel Alternative Musik aus Bremen